Die Kinder der Wolfsstufe

Die Kinder dieser Stufe werden Wölfe genannt und sind im Alter von 6-10 Jahre. Wir stellen euch hier das Konzept der Wolfsstufe vor, nach welchem wir leiten.


Kinder in der Wolfsstufe sind zwischen sechs und zehn Jahre alt. Sie sind neugierig und wollen Entdeckungen und Erfahrungen machen. Sie sind vertrauensvoll und begeisterungsfähig und handeln meistens aus dem Bauch heraus. In diesem Alter haben die Kinder eine reiche Fantasie: Sie leben Geschichten und Situationen nach, die sie gelesen, gesehen oder erfunden haben. Nach und nach werden die Kinder realitätsbezogener und wollen den Dingen auf den Grund gehen. Sie sprechen eine spontane Sprache und zeigen ein ebensolches Verhalten. Es fällt ihnen meistens leicht, auf Ältere zuzugehen; selbst auf Erwachsene, häufig suchen sie sogar deren Gesellschaft.

 

Die Kinder äussern ihre Zugehörigkeit zur Stufe mit dem Wahlspruch: Öises Bescht

 

 

Kinder in diesem Alter haben das Bedürfnis…

-nach Sicherheit und Schutz.

-Entdeckungen und Erfahrungen zu machen und die Fantasie auszuleben.

-sich zu bewegen und auszutoben.

-in einer Gruppe zu sein und ihren Platz darin zu haben.

-nach Vorbildern und Regeln.

-zu spielen.

 

In der Wolfsstufe wird der Entdeckungsdrang der Kinder eingesetzt, um sie in den verschiedenen Bereichen zu fördern. Dabei geht es vor allem darum, ihre immer offenere Art zu nutzen, um ihnen den Zugang zur Gruppe zu ermöglichen und ihnen den Weg in die zunehmende Selbständigkeit zu ebnen.

 

 

Um das Ziel der Pfadibewegung zu erreichen – die ganzheitliche Entwicklung der Person – werden in der Wolfsstufe die Beziehungen wie folgt gefördert:
Die Fünf Beziehungen der Pfadibewegung Schweiz 
Die Beziehung zur Persönlichkeit – selbstbewusst und selbstkritisch sein

• üben, ihre eigene Meinung auszusprechen,

• auswählen können und ihre Wahl erklären,

• kleine Aufgaben selbständig lösen, auch etwas, das ihnen nicht gefällt,

• zeigen, was sie können.

 

 

Die Beziehung zum Körper – sich annehmen und sich ausdrücken

• sich mit allen fünf Sinnen ausdrücken können,

• ihren Körper gesund halten und ihn zu pflegen lernen,

• ihren Körper bei sportlichen und handwerklichen Betätigungen richtig einsetzen,

• sich austoben und ihre körperlichen Grenzen erfahren.

 

 

Die Beziehung zu den Mitmenschen – anderen begegnen und sie respektieren

• einen Platz in der Gruppe finden und ihren Teil zum Gruppenleben beitragen,

• die Fähigkeiten der anderen Kinder wahrnehmen und akzeptieren,

• Regeln mitgestalten und einhalten,

• lernen, spontan zu teilen,

• offen auf Kinder anderer Kulturen zugehen.

 
Die Beziehung zur Umwelt – kreativ sein und umweltbewusst handeln

• sich in der Natur wohl fühlen, sie achten und schützen lernen,

• sich in ihrem Dorf/Stadtquartier auskennen,

• im Spiel in verschiedene Rollen schlüpfen,

• ihre Kreativität mit unterschiedlichen Materialien ausdrücken,

• lernen, für ihre eigenen Sachen und diejenigen der anderen Sorge zu tragen.

 
Die Beziehung zum Spirituellen – offen sein und nachdenken

• über die Schönheiten der Natur und des Lebens staunen können,

• Freude haben und weitergeben,

• ruhige Momente geniessen,

• Pfadi-Traditionen erleben und mitgestalten,

• die Möglichkeit haben, gemeinsam religiöse Traditionen zu erleben.

 

 

Organisation der Wolfsstufe

In der Wolfsstufe findet das Leben vorwiegend in der Meute, einer Grossgruppe von 15-20 Kindern statt. Jedes Kind gehört aber auch einem Rudel an. Diese Rudel sind fixe Kleingruppen von 5-7 Kindern und eine wichtige Hilfe für die Durchführung der Aktivitäten. In diesen Rudeln erproben sie die Zusammenarbeit mit Gleichaltrigen und als Leitwolf können sie Verantwortung in kleinem Rahmen übernehmen.

 
Aktivitäten

Die Anlässe finden in der Regel 1x wöchentlich statt und dauern 3-4 Stunden. Dabei kann es während eines Quartals ein übergeordnetes Thema geben, das den Aktivitäten einen Rahmen gibt. Der Höhepunkt im Wolfsjahr ist das Lager, welches zu Pfingsten, in den Sommerferien oder Herbstferien stattfindet. Das Lager findet in der Regel in einem Haus statt und dauert meistens eine Woche. Neben dem Lager können während des Jahres in der näheren Umgebung des Wohnortes Weekends in Haus oder Zelt organisiert werden.

 
Leiterinnen und Leiter

Die Aufgabe der Leiterinnen und Leiter ist es, das Programm zu planen, vorzubereiten, mit den Kindern durchzuführen und auszuwerten. Damit hängt das Funktionieren einer Wolfsmeute vor allem an ihnen. Sie haben eine wichtige Vorbildfunktion und sie sind auch Vertrauensperson für die Eltern, daher ist es bedeutend, engen Kontakt mit diesen zu pflegen. Ein Leitungsteam soll aus mindestens drei Personen bestehen und pro sechs Kinder soll mindestens eine Leiterin/ein Leiter anwesend sein. Bei gemischten Gruppen empfiehlt sich ein Team aus Frauen und Männern, damit die Kinder eine gleichgeschlechtliche Bezugsperson haben. Die Leiterinnen und Leiter tragen grosse Verantwortung und besuchen deshalb die entsprechenden Ausbildungen.

 

 

Weitere Informationen: 

https://www.scout.ch/de/pfadialltag/stufenarbeit/woelfe