Die Jugendlichen der Piostufe
Die Jugendlichen dieser Stufe werden Pios genannt und sind im alter von 14-16 Jahre. Wir stellen euch hier das Konzept der Piostufe vor, nach welchem wir leiten.


Die Piostufe bildet den Übergang von der geführten Pfadistufe zur selbstständigen, selbstbestimmten Roverstufe. Sie bringt Struktur und Beständigkeit in das bewegte Leben der Jugendlichen, bietet ihnen Rückzugsmöglichkeiten und Freiräume, unterstützt sie bei ihrer Identitätsfindung und auf dem Weg zur Selbständigkeit.

Die Jugendlichen äussern ihre Zugehörigkeit zur Stufe mit dem Wahlspruch: zäme wyter. 

 

 

-Jugendliche in diesem Alter haben das Bedürfnis…

-etwas mit Gleichaltrigen zu unternehmen und Freundschaft zu erleben.

-über die eigenen Grenzen und die Normen der Gesellschaft hinausgehen, provozieren.

-andere Menschen kennen lernen, die sich von ihnen unterscheiden.

-Verantwortung übernehmen.

-über Grundfragen des Lebens diskutieren und Meinungen austauschen.

-unabhängig sein, Freiheit erleben und Raum haben, um allein zu sein.

-sich für Ideale einsetzen.

-die Welt und andere Kulturen entdecken, reisen.

Im Gegensatz zur geführten Pfadistufe können Pios ihren Bedürfnissen entsprechend Aktivitäten unter Betreuung selbstständig organisieren. In der Piostufe lernen sie, Verantwortung für sich und ihre Gruppe zu übernehmen.

 

 

Um das Ziel der Pfadibewegung zu erreichen – die ganzheitliche Entwicklung der Person – werden in der Piostufe die Beziehungen wie folgt gefördert:
Die Fünf Beziehungen der Pfadibewegung Schweiz 

 

 

Die Beziehung zur Persönlichkeit – selbstbewusst und selbstkritisch sein

• Träume und Visionen erfassen, und sich persönliche Ziele setzen,
• eine eigene Meinung bilden und diese vertreten,
• versuchen, eigene Ideen zu verwirklichen und Verantwortung dafür übernehmen,
• das eigene Handeln hinterfragen und aus Erfahrung lernen,
• sich mit den Grundlagen der Pfadibewegung vertraut machen.

 

 

Die Beziehung zum Körper – sich annehmen und sich ausdrücken

• den eigenen Körper akzeptieren und auf dessen Bedürfnisse achten,
• sich der Wirkung der Körpersprache als Ausdrucksmittel bewusst werden,
• sich mit Suchtproblematik auseinandersetzen und den Wert der Gesundheit erkennen.

 

 

Die Beziehung zu den Mitmenschen – anderen begegnen und sie respektieren

• sich in eine Gruppe Gleichaltriger einbringen und Verantwortung für die Gruppe übernehmen,
• sich in andere Rollen versetzen, mit dem Ziel, unterschiedliche Meinungen verstehen zu können,
• sich aktiv für Andere engagieren,
• anderen Kulturen und Lebensformen respektvoll begegnen,
• am nationalen und internationalen Pfadileben teilnehmen.

 

 

Die Beziehung zur Umwelt – kreativ sein und umweltbewusst handeln

• sich mit dem eigenen Konsumverhalten auseinandersetzen und dessen Auswirkung auf die Umwelt
erkennen.
• Möglichkeiten des eigenen Beitrags zum Schutz der Umwelt thematisieren und wenn möglich
realisieren,
• die handwerklichen und musischen Fertigkeiten bewusst weiterentwickeln und kreativ umsetzen,
• das weltweite Geschehen verfolgen und Zusammenhänge erfassen,
• Auftritte in der Öffentlichkeit üben.

 

 

Die Beziehung zum Spirituellen – offen sein und nachdenken

• verschiedene gesellschaftliche und religiöse Wertvorstellungen kennenlernen,
• sich über die Frage, wie das Leben gelingen kann austauschen,
• die eigenen Lebensprinzipien hinterfragen und eigene Wertmassstäbe entwickeln,
• sich um eine positive Lebenseinstellung bemühen und diese vertreten,
• Möglichkeiten haben, über den eigenen Glauben und die Existenz eines Gottes nachzudenken,
• religiöse und kulturelle Traditionen erleben, hinterfragen und mitgestalten.

 

 

 

Organisation der Piostufe

Die Piostufe besteht jeweils aus einer oder mehrerer Equipen. Eine Equipe besteht idealerweise aus 5-8 Mitgliedern und wird von einer Piostufen-Leitung betreut.
Die Jahrgangsequipe wird jeweils neu aus den übertretenden Jugendlichen gebildet und bleibt während der ganzen Piostufenzeit in gleicher Zusammensetzung.

 

 

Aktivitäten
Die Equipe arbeitet ziel- und projektorientiert und hauptsächlich selbstbestimmt. Dafür trifft sie sich regelmässig. Hilfreich ist es, wenn die Equipe sich mindestens zweimal im Monat trifft und ca. viermal pro Jahr eine grosse Unternehmung organisiert. Dazwischen können Blitzaktionen und Spontanaktivitäten eingebaut werden.
Im Equipenplan werden die Unternehmungen, Abteilungsanlässe, sowie sonstige relevante Termine festgehalten, damit gibt sich die Equipe eine Struktur, die allen bekannt ist. Im letzten Drittel der Piostufenzeit setzen sich die Jugendlichen mit ihrer Zukunft in der Pfadi auseinander. Sie können nach Möglichkeit als Hilfsleiterinnen und Hilfsleiter zeitlich begrenzt in den anderen Stufen schnuppern.

 

 

Die Leiterinnen und Leiter
Sie haben die anspruchsvolle Aufgabe, die Jugendlichen darin zu begleiten, eine möglichst selbständig funktionierende Gruppe zu werden. Deshalb kann sich die Aufgabe der Leitung stark ändern, da sie selbst einschätzen muss, wieviel Einfluss bzw. wieviel Freiraum die Equipe braucht. Der Elternkontakt nimmt zwar an Stellenwert gegenüber den anderen Stufen deutlich ab, verdient jedoch weiterhin Beachtung,
weil die Jugendlichen noch minderjährig sind und für Aktivitäten und Unternehmungen teilweise die Einwilligung der Eltern eingeholt werden muss. Die Leiterinnen und Leiter der Piostufe bilden sich in stufenspezifischen Ausbildungskursen weiter.

 

 

Weitere Informationen: 

 

http://www.pfadi.org/ueber-uns/stufen/portrait-piostufe/

 

https://www.scout.ch/de/das-ist-pfadi/altersstufen/pios