Die Kinder und Jugendlichen der Pfadistufe
Die Kinder und Jugendlichen dieser Stufe werden Pfadis genannt und sind im alter von 10 bis 14 Jahre. Wir stellen euch hier das Konzept vor, nach welchem wir die Pfadistufe leiten.


Zu Beginn der Pfadistufe sind die Pfadi Kinder, am Ende sind sie Jugendliche!

Die Kinder befinden sich am Schluss einer stabilen Entwicklungsperiode. Sie fühlen sich wohl. Sie kennen ihre intellektuellen, sozialen und körperlichen Fähigkeiten und wissen mit ihnen umzugehen. Sie sind noch im Spielalter, einsatzfreudig und enthusiastisch, immer zu einem Abenteuer bereit. Sie können ihre Bedürfnisse klar äussern und sich präzise ausdrücken.

Im Laufe der Pfadistufe werden die Kinder zu Jugendlichen.

Sie verlassen die Sicherheit und Stabilität der Kindheit, um in die neu zu entdeckende Welt der Erwachsenen aufzubrechen. Alle diese Veränderungen rufen bei vielen Jugendlichen Unsicherheiten, Schüchternheit, Unbehagen und Unruhe hervor. Aber sie ermöglichen ihnen auch, eigene Sinn- und Wertvorstellungen zu suchen und zu entwickeln. Sie lehnen sich dabei gerne gegen von aussen vorgegebene Normen auf oder versuchen ihnen auszuweichen.

In diesem Alter werden die Jugendlichen ermuntert, ihre eigenen Entscheidungen über die Gestaltung ihrer Freizeit und die Wahl der weiteren Schulausbildung zu treffen. Durch ihre selbständigen Entscheidungen versuchen die Jugendlichen, eine erste Form der Unabhängigkeit von der Familie zu finden.

 

Die Kinder/ Jugendlichen äussern ihre Zugehörigkeit zur Stufe mit dem Wahlspruch: Allzt bereit 

 

 

Um das Ziel der Pfadibewegung zu erreichen – die ganzheitliche Entwicklung der Person – werden in der Pfadistufe die Beziehungen wie folgt gefördert:
Die Fünf Beziehungen der Pfadibewegung Schweiz 

 

Die Förderung der Ganzheitlichkeit: Die fünf Beziehungen in der Pfadistufe

Zentral bei den Aktivitäten der Pfadistufe ist das Fähnli. Das ist eine Kleingruppe, in der jede und jeder seinen Platz findet undmeine Aufgabe hat. In der Pfadistufe können die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit Gleichaltrigen viele Abenteuer erleben. Die Kinder äussern ihre Zugehörigkeit zur Stufe mit dem Wahlspruch: Allzeit bereit / sempre pronto / toujours prêt. Um das Ziel der Pfadibewegung zu erreichen – die ganzheitliche Entwicklung der Person – werden in der Pfadistufe die Beziehungen wie folgt gefördert:

 

Die Beziehung zur Persönlichkeit – selbstbewusst und selbstkritisch sein
• ihre Ideen ausdrücken und einbringen können,
• aus verschiedenen Möglichkeiten auswählen und die Wahl zu begründen,
• eine Aufgabe übernehmen und sie bis zum Ende durchführen,
• das eigene Handeln in der Gruppe kritisch betrachten,
• eigene Stärken und Schwächen erkennen.

 

Die Beziehung zum Körper – sich annehmen und sich ausdrücken
• in sportlichen Tätigkeiten die vielfältigen Möglichkeiten ihres Körpers kennenlernen,
• Erfahrungen in Spielen und Wettkämpfen sammeln und ihre Stärken finden,
• die altersbedingten Veränderungen ihres Körpers wahrnehmen,
• ihren Körper als Ausdrucksmittel nutzen.

 

Die Beziehung zu den Mitmenschen – anderen begegnen und sie respektieren
• lernen Regeln aufzustellen und zu einander fair und ehrlich zu sein,
• Verantwortung innerhalb der Gruppe übernehmen und andere Kinder und Jugendliche unterstützen,
• offen für Auseinandersetzungen mit anderen Meinungen sind,
• andere Kulturen und Lebensformen achten,
• die nationale und internationale Dimension der Pfadibewegung erkennen.

 

Die Beziehung zur Umwelt – kreativ sein und umweltbewusst handeln
• in der Natur leben und diese schätzen lernen,
• ihre Umgebung und Umwelt erforschen,
• ihre Kreativität entwickeln, indem sie Neues herstellen und vielfältige Ausdrucksformen verwenden,
• ihre Umgebung mitgestalten,
• zu ihren, den gemeinsamen und den Sachen der anderen Sorge tragen können.

 

Die Beziehung zum Spirituellen – offen sein und nachdenken
• sich mit den Grundlagen der Pfadibewegung beschäftigen und Traditionen erleben,
• ruhige und besinnliche Momente erleben und diese schätzen,
• erfahren, dass ihr Leben einen Wert hat,
• die Möglichkeit haben, über den eigenen Glauben nachzudenken und über Gott zu sprechen.

 

 

Organisation der Pfadistufe

Organisatorische Form Die wichtigste Einheit ist das Fähnli bzw. die Gruppe. In der Regel besteht ein Fähnli aus 6-8 Pfadis. 2-4 Fähnlis bilden einen Stamm/einen Trupp, der von einer Stamm- bzw. Truppleitung geleitet wird. Die Leitpfadis und Hilfsleitpfadis sind Mitglieder der Fähnli. Obwohl die Mehrheit der Aktivitäten im Stamm und Trupp stattfinden, bildet das Fähnli den Kern der Pfadistufe.
Aktivitäten

Die Aktivitäten der Pfadistufe finden in der Regel einmal in der Woche statt und die Stamm-/Truppleitung ist für die Planung zuständig. Das Quartals-Thema führt als Roter Faden durch die Aktivitäten. Die Weekends finden teils im Haus und teils auch im Zelt statt. Üblicherweise organisieren die Abteilungen ein kurzes Lager im Frühling und ein Sommerlager. Das Sommerlager findet in der Regel im Zelt statt, dauert meistens 2 Wochen und bildet den Höhepunkt eines Pfadijahres. Die Fähnli können selbständig unter der Leitung der Leitpfadis kleinere Aktivität organisieren, die aber immer von der Stamm-/Truppleitung betreut werden.
Leiterinnen und Leiter

Die Leiterinnen und Leiter sind für die Planung, Durchführung und Auswertung aller Aktivitäten verantwortlich. Sie bemühen sich, die Leitpfadis in diese Arbeit einzubeziehen und die Wünsche und Ideen der Kinder und Jugendlichen abzuholen. Leiterinnen und Leiter arbeiten in einem Team und tragen aktiv zu dessen Zusammenhalt bei. Sie nehmen eine wichtige Vorbildfunktion wahr und übernehmen grosse Verantwortung. Da der Altersunterschied zwischen Leiterinnen/Leiter und Kindern/Jugendlichen häufig nicht gross ist, muss ihnen ihre Vorbildfunktion besonders bewusst sein. Es ist wichtig, dass sie ein Gleichgewicht zwischen der Rolle als Freund und als Vorbild finden. Die Leitpfadis brauchen ein Leitungsteam das sie gut betreut und sie für ihre Aufgaben ausbildet. Spezielle Anlässe für Leitpfadis können, je nach Bedarf und Tradition, durch die Leiterinnen und Leiter organisiert werden. Die Eltern vertrauen ihre Kinder der Pfadi an. Deshalb muss zwischen ihnen und den verantwortlichen Leiterinnen und Leitern ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und ein regelmässiger Kontakt gepflegt werden. Die Leiterinnen und Leiter besuchen die entsprechenden Ausbildungskurse, um der Verantwortung der Leitertätigkeit gerecht werden zu können.

 

Weitere Informationen:

https://www.scout.ch/de/pfadialltag/stufenarbeit/pfadis